Frau Maryam Andarpori und ihre beiden Tِchter haben für den 30.12.2002 eine Abschiebeaufforderung erhalten. Sie soll sich um 10°° Uhr mit gepackten Koffern im Rathaus in Troisdorf (bei Siegburg) einfinden. Herr Mohammad Lofti hat sich entschieden, seine Familie nicht alleine zu lassen.
Die Troisdorfer Behِrden planen eine neue menschliche Tragِdie. Eine Abschiebung vernichtet das Leben der Familie Lofti-Andarpori.
Herr Mohammad Lofti und Frau Maryam Andarpori sind beide Mitglieder des Zentralkomitees der Sozialistischen Partei Iran (SPI). Aufgrund ihres entschlossenen Kampfes gegen das brutale, diktatorische isalmische Regime, ihrer Mitgliedschaft in den Reihen der Oppositon und ihrer hohen Bekanntheit wurden sie zur Flucht nach Deutschland gezwugen. In Deutschland organisierten sie sich in der Sozialistischen Partei Iran. Durch ihre groكe Erfahrung und ihr hohes Engagement haben sie eine herausragende Rolle in der Partei. Bei vielen ِffentlichen Protestaktionen, bei Auftritten von Regimevertretern in Deutschland, bei zahlreichen Veranstaltungen und Demonstrationen erhoben sie ihre Stimme gegen das menschenverachtende Regime im Iran. Sie riefen zur Unterstützung der Arbeiterinnen und Studentenbewegung im Iran auf, deren Proteste für soziale Gerechtigkeit und Meinungsfreiheit in den Straكen niedergeschossen werden. Sie forderten Solidaritنt mit den hundertausenden Gefangenen in den Kerkern und Folterzellen der islamischen Republik. Kritik am Regime und der religiِsen Führung wird mit ِffentlicher Hinrichtung beantwortet. Frauen werden gesteinigt. Folter, Vergewaltigung, Unterernنhrung und Krankheiten sind Alltag vieler der ca eine Million Gefangener im Iran.
Als die Familie vor sechs Jahren nach Deutschland floh, wurde ihnen in der ersten Instanz "Vollasyl" nach § 16 gegeben. Dagegen legte das Bundesamt Widerspruch ein. Danach wurde das Asylgesuch abgelehnt.
Wenn die verantwortlichen Gerichte und Behِrden die von der Familie und der Sozialistischen Partei Irans vorgelegten Beweise geprüft haben, dann ist die angestrebte Abschiebung der Familie Lofti-Andarpori Vorbereitung und Beihilfe zum Mord.
Die angestrebte Abschiebung zweier Zentralkomittee-Mitglieder weist auf den mِglichen Hintergrund hin, daك die in den letzten Jahren immer intensiver geworden Beziehungen auf wirtschaftlicher und auch politischer Ebene zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Islamischen Republik Iran bei der Frage von politischem Asyl eine Rolle spielen. Die Sozialistische Partei Iran hat diese Beziehungen immer kritisiert, weil diese eine direkte Unterstützung des Regimes in Theran bedeuten. Die Ablehnung des Asyls der Familie Lofti-Andarpori ist ein gezielter Angriff auf eine für deutsche Wirtschaftsinteressen unbequeme Oppositionspartei.
Wir rufen alle Organisationen, Initiativen und jeden Menschen, für den Gerechtigkeit und Menschenrechte mehr als Worte sind, auf, umgehend Protestfaxe an untenstehende Adressen zu schicken und am Montag nach Troisdorf zu kommen:
Montag, 30.12.2002 um 9.30 Uhr
Rathaus Troisdorf (bei Siegburg/NRW)
Wir fordern die Auslنnderbehِrde in Troisdorf auf, den Abschiebungsbescheid umgehend aufzuheben.
Protestfaxe an:
Auslنnderbehِrde Troisdorf:
Verantwortlicher Sachbearbeiter Herr Schِnauer: 02241-900 80 30
Leiter der Auslنnderbehِrde: 02241 900 80 01
eine Kopie bitte an:
Koordinationskreis Hamburg
(Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen Sektion Nord)
c/o Brigittenstr. 5
20359 Hamburg
Tel: 0049 (0)40 43 18 90 37
Fax: 0049 (0)40 43 18 90 38
mail: free2move@nadir.org