Charta des Komitees zur Verteidigung des Kampfes
Bei dem Komitee zur Verteidigung des Kampfes handelt es sich nicht um eine Partei oder Vereinigung im konventionellen Sinne, sondern sie verfügt über einen sozio-politischen Unterbau und vertritt die Überzeugung, dass politische und demokratische Notwendigkeiten eine Einheit bilden.
Es handelt sich hierbei nicht um eine Partei oder Organisation im wörtlichen Sinne, da es aufgrund seiner Philosophie nicht auf eine bestimmte Ideologie beschränkt ist, sonder an soziale Gleichheit glaubt. Trotzdem kann jedes Mitglied und jeder Sympathisant, der soziale Rechte anerkennt, die von ihm/ihr bevorzugte Philosophie oder Ideologie beibehalten und publizieren. Unser vorrangiges Ziel im Hinblick auf die Besonderheiten und Erfordernisse der heutigen Zeit ist es nicht eine philosophische Vereinigung zu bilden, sondern vielmehr ein politisches Forum im Sinne einer einheitlichen Plattform innerhalb der Kräfte zu bilden, die sich gegen Despotismus und für Demokratie einsetzen. Daher unternimmt es als demokratisch-politische Organisation den Versuch, Repräsentanten verschiedener und unterschiedlich ausgerichteter Gruppen mit dem Ziel der Bekämpfung der islamischen Herrschaft im Iran zu vereinigen.
Nach unserer Oberzeugung sind folgende zwei Punkte in der Erweiterung des Kampfes gegen die im Iran herrschende Anti-Revolution von größter Bedeutung:
1) Einheit im Angesicht der im Iran herrschenden sozio-politischen Verhältnisse:
Die grausamen Klassenunterschiede und die sozio-politische Situation während der Zeit des monarischen Regimes, der Pahlavi Dynastie, die die Errungenschaften der Verfassungsrevolution mittels der Einmischung des Königs in alle Regierungsangelegenheiten und der Unterminierung der sozio-legalen Prinzipien des verfassungsmäßigen Regierungssystems schwächte, führten zum derzeit herrschenden Regime des Klerus.
Die Theokratie und die Herrschaft des Klerus hat naturgemäß von Beginn an den Menschen den islamische Glauben aufgezwungen, sie hintergangen und gleichzeitig jedwede anderen Ideen bekämpft. Als Antwort auf die Liberalen Forderungen und den Wunsch der Bevölkerung nach Demokratie hat das Regime Einschüchterung, Unterdrückung, Repression, Erstickung anderer Ideen im Ansatz, Verhaftungen, Folter, Exekutionen, Zensur und Inquisition eingesetzt. So wurden die grundlegenden sozio-politischen Menschenrechte, die in der Allgemeinen Menschenrechtskonvention niedergelegt wurde, durch die islamische Ideologie und Verpflichtung zur vom Klerus unterstützen Ideologie (gottgegebene Herrschaft), die die Menschen als untergeordnete Subjekte betrachtet, eingeschränkt.
Die eklatante Verletzung der Rechte der Presse, der Universitätszentren und politischen Organisationen und Parteien, waren die ersten Schritte der herrschenden Klasse des Klerus zur Errichtung einer sozialen Ordnung, die auf einer höchst reaktionären Definition des Menschen und der Gesellschaft basiert.
Die Verschlimmerung der ungeheuerlichen Klassenunterschiede und die
Rückentwicklung der sozialen Werte und Rechte wurden unmittelbar durch
dieses Regime verursacht, das von Anfang an Forderungen und Rechte der
Arbeiter, Bauern, Frauen und Kinder unterdrückt hat, ein Minimum an
Menschenrechten dem Untergang geweiht hat und die Einheit und das
Wohlergehen der Gesellschaft fortwährend bedroht.
Die religiöse Herrschaft. Nach der grausamen Hinrichtung liberaler und progressiver Kräfte und nach dem Verblassen des Charismas leitete die religiöse Herrschaft ein anderes Manöver ein. Sie erlag der Illusion, dass sie den sozialen Erinnerungsvermögen unterbrechen könne, indem sie die Distanz zwischen den beiden Generationen beseitigt. Um ihre dialektische Zerstörung aufzuhalten, hat sie versucht die allgemeine Bedeutung von Demokratie und sozialer Gerechtigkeit ad absurdum zu führen. Das führte aufgrund von Schwächen zu einer Zersplitterung der linken Bewegung, wurde jedoch erkannt und sah sich schließlich mit einem wiedererwachten sozialen Bewusstsein konfrontiert, was die Sache beendete. Dennoch sind die Autoren der Charta der Überzeugung, dass, sofern die Antidespotismusbewegung in der derzeitigen Form und auf dem derzeitigen Level weiter agiert, das islamische Regime neue Manöver im Bereich der globalen sozio-wirtschaftlichen Situation einleiten könnte, um damit die Widerstandsbewegung zu schwächen und Opportunisten destruktive Anstöße zu liefern.
Es ist die vorrangige allgemeine Überzeugung aller Unterzeichnenden dieser Charta, dass alle Gruppen und Mitglieder der religiösen Herrschaft, ungeachtet welchen Namen und welche Kleidung sie tragen, Komplizen bei dem Angriff auf das Leben der Menschen und deren Eigentum sind. Sie sollten ihre Mach? nicht nur aufgrund der Natur der Gesellschaft und Geschichte ‚in dem Urteil der Erhebung der Bevölkerung (?) an eine demokratische Herrschaft übergeben, sondern wir erachten es auch für erforderlich sie vor einem zuständigen internationalen Tribunal zur Verantwortung zu ziehen, das von den Opfern dieser, für die progressiven Kräfte so schrecklichen Katastrophe geplant werden sollte.
Die Charta möchte außerdem betonen, dass jegliche Verhandlungen oder Kompromisse, die mit der Gesamtheit oder Teilen der despotischen religiösen Herrschaftsklasse abgehalten oder vereinbart werden und jegliche unwissenschaftliche Definition einer solchen Regierung de facto ein Dienst an dem brutalen religiösen Regime ist und sich gegen den ernsthaften Kampf der iranischen Bevölkerung gegen den religiösen Despotismus richtet. Es stellt daher ein Verbrechen an dem sozialen Bewusstsein der Arbeiterklasse und Intellektuellen im Iran dar.
Die Parteien, die diese Charta unterzeichnen, glauben, dass die religiöse Herrschaft, die sogenannte islamische Republik, durch jegliche Form des Kampfes, d.h. ultimativ durch jede Form des Kampfes, umgestoßen werden sollte, damit die Iraner in freier Wahl einen Ersatz für das derzeitige Regime bestimmen können, wobei es sich notwendigerweise um eine demokratische Regierung handeln sollte.
Des weiteren beabsichtigt die Charta ausdrücklich klarzustellen, dass der Machtkampf zwischen dem Klerus und Nichtklerikern innerhalb des Regimes, der dem Trend hin zu dialektischer Korruption und zum Sturz des Regimes folgt, nichts mit dem Kampf der Bevölkerung für Demokratie und ihre Forderungen zu tun hat. Die religiöse Herrschaft stellt das Gegenteil einer Demokratie dar, der Regierung des Volkes durch das Volk.
2) Übereinstimmung der Verteidigung in der Anti-Despotismusbewegung
Den jungen politischen Einheiten, die die Freiheit während des im Januar 1979 (Bahman 1357) teilweise stattfindenden Volksaufstandes zu verbreiten versuchten wurde in den Jahren nach der Revolution jeglicher Fortschritt durch die schwere religiöse Unterdrückung einerseits und voneinander abweichende Ansichten bezüglich der Definition bestimmter sozialer Bedingungen und Methoden des Kampfes gegen religiöse und Klassendespoten andererseits vorenthalten worden. Außerdem sind manche von ihnen älter geworden.
Aber in Anbetracht der Tatsache, dass das linke Oppositionskomitee noch immer existiert, sollten wir in der Lage sein ein Minimum an Teilübereinstimmungen zu erreichen und einen gemeinsamen Kampf zu koordinieren.
Wir glauben, dass es eine Basis für eine teilweise Vereinigung der linken Bewegung mit den Widerstandskräften gibt und ihre Vereinigung sollte von den fortschrittlichen (wörtlich: fortgeschrittenen) Kräften ernsthaft unterstutzt werden. Die Unterzeichnenden möchten deutlich machen, dass die demokratischen Kämpfer der Anti-Despotismusbewegung, trotz ihrer Unterschiede, zu einer neue Ära der Rehabilitation und der Anstrengungen aufgebrochen ist und die sozialen Stimuli, die sie zur Errichtung einer vereinigten Plattform ermutigt haben sollten verstärkt werden. Dies wird nicht möglich sein, sofern nicht eine gemeinsame Deklaration der Opposition ein schnelleres Tempo im Kampf in der sozialen Arena sicherstellt.
Wir sind der Ansicht, das die einzige Alternative ist dass die Bewegung der Kämpfer der progressiven Kräfte, Organisationen, Parteien, Einzelpersonen, bekannten Persönlichkeiten und unabhängiger Demokraten an diesem Punkt zu einem einheitlichen Standpunkt hinsichtlich des Kampfes geführt werden müssen, um ein Minimum an Gemeinsamkeiten im Kampf zu erreichen.
Die Unterzeichnenden der Charta sind der Überzeugung, dass ein koordiniertes Programm nicht nur den Zerfall [engl,: falling Bedeutung hier unklar] der bestehenden Kräfte verhindern, sondern auch die Entmutigten und neue soziale Kräfte ansprechen sollte. Die Verstärkung der linken Oppositionsorganisationen und die Neuorganisierung der Bewegung ist jedoch nur durch gemeinsame Aktionen möglich und die historische Mission der Kämpfer ist es, durch die Verstärkung und den Aufbau von sozialen Zentren mehr öffentliche Aufmerksamkeit zu gewinnen. so dass die Würde der iranischen Bevölkerung und die Einheit im Kampf gewährleistet sind.
Das Komitee zur Verteidigung des Kampfes wird alle ihm zur Verfügung stehenden Mittel und Möglichkeiten zur Annäherung an und Erreichung dieses Zieles einsetzen.
Nieder mit dem Despotismus lang lebe die Freiheit!