Offener Brief
An alle
Schriftsteller, das internationale Pen Center, Künstler, Journalisten, freie
Medien, Professoren, Lehrer, Studenten und an alle die, die sich um Redefreiheit
in aller Welt bemühen.
Ich heiße Freidoun Gilani. Ich bin
Schriftsteller, Dichter, Journalist und Lehrer. Ich verbrachte einige Jahre
meines Lebens in den Gefängnissen des jetzigen und vorherigen Regimes im Iran
und wurde unter der Anklage für Redefreiheit und Freiheit zu kämpfen grausam
gefoltert.
Ich lebe nun seit 21 Jahren im Exil, bin
fast siebzig Jahre alt, kämpfe dennoch weiterhin für Freiheit und Gerechtigkeit
und gegen Methoden der Unterdrückung.
Am 15.12.2007 sah ich, wie deutsche
Polizisten deutsche Jugendliche jagten, festnahmen und brutal zusammenschlugen.
An einer Stellen im Zentrum von Hamburg, die angefüllt war mit Menschen, die die
Vorweihnachtszeit genossen, sah ich wie die Polizei versuchte einen
Fotojournalisten daran zu hindern, Bilder zu machen. Nachdem ich mich als
Schriftsteller und Journalist vorgestellt hatte, protestierte ich sehr höflich,
dass das behindern eines Reporters in seiner oder ihrer Arbeit gegen
demokratische Grundrechte sei. Ich bekam sofort die Antwort: „Ruhe, oder Sie
werden auch verhaftet!“
In dem Moment sah ich, wie sie einen jungen
Deutschen verprügelten. Ich kommentierte dies, in dem ich sagte: „die USA und
Deutschland behaupten immer, es sei ihre Pflicht Demokratie in andere Teile der
Welt zu exportieren. Wie können Sie diese Werte einfach so vor den Augen Ihrer
eigenen Leute verwerfen?!“ Das war alles.
Dann stürzten sich die deutschen Polizisten
auf mich und schlugen mich so brutal, dass mein rechtes Ohr, meine rechte
Schulter und mein linker Fuß schwer in Mitleidenschaft gezogen wurden. Anstatt
mich in ein Krankenhaus zu bringen, sperrte die deutsche Polizei mich in einen
Käfig und brachte mich ins Gefängnis. Am Morgen des nächsten Tages litt ich
unter so großen Schmerzen, dass mich meine Familie zum Bundeswehrkrankenhaus in
Hamburg brachte. Mein rechtes Ohr wurde operiert. Der Offizielle Bericht des
Krankenhauses 40 Dokumentarfotos und vier Zeugen wurden dem Generalstaatsanwalt
von Hamburg mitgeteilt, der Fall wurde von den Medien aufgegriffen und zwei
Oppositionsparteien (die Grünen und die Linke) protestierten.
Wenn diejenigen, die diese Art von brutaler
Polizeigewalt angeordnet haben nicht zur Rechenschaft gezogen werden, wird diese
Methode in europäischen Ländern (die behaupten, dass sie sich, angeführt von den
USA, in einem Krieg gegen den Terrorismus befinden und Demokratie anderen
Staaten zukommen zu lassen) sicherlich einen regen Aufschwung erfahren. Diese
Methode für sich ist der schrecklichste Terror gegen Menschen. Sie ist an sich
ein Krieg gegen die Redefreiheit und Gerechtigkeit.
Wenn wir nicht protestieren, wird die
Polizei als Instrument einer solchen Zivilisation weiter und weiter gehen. Ich
leide immer noch unter den Schmerzen der Polizeibrutalität, aber völlig
unerträglich wäre für mich der Schmerz, nicht das Schweigen zu brechen und es
nicht zu schaffen diese Repression zu stoppen.
1- Ich fordere Eure
Solidarität. Im Folgenden werdet Ihr Adressen finden, bei denen Ihr Eure
Solidarität ausdrücken könnt.
2- Ich fordere Euch auf über diese Tragödie
zu schreiben und andere zu informieren und Euren Einfluss geltend zu machen, um
diese in die Medien Eures Landes zu bringen überall auf der Welt. Vergesst
nicht: Wenn die Redefreiheit und Gerechtigkeit so geopfert werden, was bleibt
dann von unsren Werten über?
Herzliche Grüße
Freidoun Gilani
Kontaktadressen:
Mein Anwalt Herr
Schneider: Fax.: 0049 - 40 - 85 13 116,
rechtsanwalt-schneider@gmx.de
Freidoun Gilani: Tel. 0049 - 171 - 83 25 563 Fax: 0049 - 40 - 209 73 001
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