back

Print

Topto Chapter

zu der Kundgebung am kommenden Samstag - 28.07.2007 Hauptbahnhofsvorplatz (HH) um 14°° Uhr - rufen auf
Sozialistische Partei Iran, die türkisch/kurdischen ArbeiterInnenföderationen agif, ADHK und atif sowie die Karawanegruppe Hamburg und sol - Sozialistische Linke Hamburg

unten folgt der Aufruf von sol

Themenschwerpunkt der Kundgebung wird die politische Situation im Iran sowie Gedenken der für fast 20 Jahren  ca. 13.000 politischen Gefangenen, die innerhalb einiger Wochen vom Regime in den iranischen Gefängnissen ermordet wurden.

Neben der Forderung nach Freilassung der politischen Gefangenen steht auch die Forderung nach Freilassung aller Gefangenen in Abschiebehaft.

 

Freiheit für alle politischen Gefangenen


Die Liste der politischen Gefangenen in Deutschland und auf der ganzen Welt ist lang. Viele Menschen werden wegen ihrer politischen Gesinnung in Gefängnissen festgehalten und werden dort durch unter anderem mit Isolationshaft gefoltert.

Im Zuge der andauernden Plünderungskriege und Massaker im Nahen Osten, der Ausbeutung und Unterdrückung in neokolonialen Ländern und der sich verschärfenden Verhältnisse in den imperialistischen Ländern, dauert die Repression der Herrschenden mit stetig intensiver werdenden Angriffen an. Durch die Einführung und europaweite Angleichung der sogenannten "Anti-Terror-Gesetze", welche die Ausschaltung elementarster Rechte und Freiheiten bedeuten, legitimieren sie nicht nur länderspezifische Repressionsmaßnahmen, sondern erweitern ihren Handlungsspielraum grenzenübergreifend.

Als aktuelles Beispiel hierfür ist der 12. Februar 2007 in Italien zu nennen. In den Städten Mailand, Padua, Triest, Turin und Zürich durchsuchten ca. 500 Polizisten, darunter Anti-Terror-Einheiten, über 70 Wohnungen und verhafteten 15 Militante aus der kommunistischen Bewegung in Italien. Es handelt sich bei den Verhafteten u.a. um aktive Gewerkschaftsmitglieder. Ihnen wird von den Repressionsorganen der Aufbau der PCP-M (Politisch-Militärische Kommunistische Partei) und die Herausgabe der Zeitschrift „Aurora“ vorgeworfen.

Neben den am 12. Februar verhafteten Revolutionären befinden sich mehrere Gefangene aus den Roten Brigaden in verschiedenen italienischen Hochsicherheitsgefängnissen. Der italienische Staat setzt seit Jahrzehnten die Verfolgung von Revolutionären fort und praktiziert in den Hochsicherheitsgefängnissen massivste Isolationshaft. Die italienischen Gesetze sehen dabei sogar Gerichtsprozesse per "Videokonferenz" vor, bei denen die Angeklagten die eigenen Prozesse lediglich aus Zellen heraus über einen Monitor verfolgen können.

Ähnlich wie in Italien verhält es sich in anderen Staaten; so auch in der BRD. Die revolutionären Gefangenen aus der RAF (Rote Armee Fraktion) wurden jahrzehntelang vom deutschen Staatsapparat ebenfalls politisch verfolgt und in den Gefängnissen massivster Isolationshaft ausgesetzt. Stammheim wurde weltweit zum Symbol für Folter und Mord.

Auch heute noch gibt es drei Gefangene aus der RAF, die zum Teil bereits seit über 24 Jahren in Gefängnissen sitzen. Die aktuelle und systematisch angeheizte Hetzkampagne in den Medien gegen diese Gefangenen zeigen eindeutig, dass der Staat Reue von diesen Gefangenen erwartet und mit revolutionärer Politik abrechnen möchte.

In der BRD werden die Anti-Terror-Paragraphen §129a/b angewendet, um generell linke Politik zu kriminalisieren, um Bewegungen einzuschüchtern und ihre Strukturen zu durchleuchten. Derzeit befinden sich seit der bundesweiten Razzienwelle im November 2006 u.a. 6 Revolutionäre mit dem Vorwurf der Mitgliedschaft in der DHKP-C (Revolutionäre Volksbefreiungspartei-Front) in Haft und sollen mit §129b verurteilt werden. Der §129a diente zuletzt am 09. Mai 2007 dafür, die Anti-G8 Bewegung anzugreifen, die während des G8-Gipfels ihren legitimen Protest gegen die weltweiten Missstände zum Ausdruck brachte.

Die Verfolgung von Oppositionellen; Folter und Mord an Gefangenen gehören weiterhin zur Praxis imperialistischer und neokolonialer Staaten. Sie alle setzen ihre Folter- und Vernichtungspolitik gegen revolutionäre und weitere oppositionelle Bewegungen fort und intensivieren ihre Zusammenarbeit.

Seit September 2006 sieht sich die Marxistische Leninistische Kommunistische Partei Türkei/Nordkurdistan (MLKP) einer massiven Verfolgung durch den türkischen Staat ausgesetzt. Dutzende AktivistInnen befinden sich seitdem im Gefängnis und warten auf den Prozess. In der Anklageschrift fordert der Staatsanwalt unter anderem gegen 23 Revolutionäre 3.000 Jahre Haft.

Am 29. Mai 2007 hat die spanische Polizei im Auftrag von Interpol den in Hamburg lebenden türkischen Kommunisten Binali Yildirim während eines Aufenthalts in Spanien verhaftet. Obwohl er in Deutschland als politisch Verfolgter anerkannt ist, drohen ihm Folter und lebenslange Haft in seinem Heimatland. Bereits bis 2002 befand sich Binali Yildirim im türkischen Isolationsgefängnis Edirne und wurde dort schwer gefoltert.

Auch der Genosse Binali Soyan wurde in Köln auf dem Weg zum Einwohnermeldeamt, wo er seine Aufenthaltsgenehmigung verlängern wollte, festgenommen und sitzt seitdem in Haft.

Anfang Juni diesen Jahres wurden im Verlauf mehrerer Einzeloperationen in diversen katalanischen Parteilokalen zwei Militanten der GRAPO und vier der PCE(r) verhafteten. Ihnen drohen langjährige Haftstrafen und Folter in den spanischen Gefängnissen.

Bei den G8-Protesten wurden viele Menschen verhaftet und in Gefängnisse gesteckt. Ein Beispiel hierfür ist der Genosse Lüftü Y., der am 11.07.07 seinen Prozess hatte und eine Bewährungsstrafe von 8 Monaten bekommen. Zuvor saß er über einen Monat in Untersuchungshaft.

Ein Beispiel für die unglaubliche Härte der Isolationshaft stellt der politische Gefangene Mustafa Atalay da, dessen Zustand sich durch die Isolationshaft enorm verschlechtert. Aufgrund einer Operation am Herzen vor der Haft im Jahre 2006 kann der Gefangene keine starken Strapazen auf sich nehmen. Mustafa saß schon zuvor in der Türkei 20 Jahre in Haft. Derzeit wird er wegen seiner körperlich schlechten Situation in ein Justizvollzugskrankenhaus in Lingen verlegt.


Weltweit sind Menschen wegen ihrer politischen Überzeugung oder ihrer Herkunft inhaftiert, weil sie sich trauten, sich auf den Weg in eine bessere Welt zu begeben. Seien es Flüchtlinge in den Abschiebegefängnissen Deutschlands oder Mumia Abu Jamal, der im Todestrakt der rassistischen USA seit 1982 auf seine Hinrichtung wartet. Ein weiteres Beispiel von vielen sind u.a. die baskischen Gefangenen in den Kerkern der spanischen Folterer.

Daher besteht die Notwendigkeit, unsere Solidarität mit den politischen Gefangenen auf internationaler Ebene zu zeigen. Wir rufen zur Freilassung von allen politischen Gefangenen weltweit auf.

Freiheit für alle politischen Gefangenen

 

Kommt zur Kundgebung:

28.07.07 Samstag 14 Uhr

Hbf-Bahnhofsvorplatz / Glockegießerwall

 

Sozialistische Linke SoL

 


back

Socialist Party of Iran

Topto Chapter